Samstag, 10. September 2005

Christen in Jerusalem

Ein alter Stadtplan des christlichen Jerusalem. Ohne Führung würde man hier nicht viel finden oder sich verlaufen. Aber mit Guido finden wir zuerst Steine, dann erfahren wir, dass das Kreuz gefunden wurde, wir sehen den Felsen Golgatha (einmal Steinbruch gewesen, aber dafür nicht tauglich - der Stein, den die Bauleute verworfen haben...) und bekommen eine Ahnung für die Historie.

In der Kapelle auf dem Hügel Golgatha. Aber das ist auch noch nicht alles. Da ist die Stelle des leeren Grabes - Jesus lebt. Aber auch dieses Wissen ist noch nicht alles. Das Relief: Maria begegnet Jesus, dem Auferstandenen. Das ist die Mission dieser Kirche: Wir dürfen dem Auferstandenen begegnen - Heute! Und das wird in allen Ecken gefeiert - katholisch, syrisch, orthodox - mit Gesängen und Weihrauch, mit Abendmahlsfeiern und mit Schweigen.

Besuch im armenischen Kloster. Wir erleben einen Kurzgottesdienst mit - es wird viel gesungen - tolle Männerstimmen. Die Männer sind alle ganz schwarz angezogen und alles wirkt sehr formell. Mehrere von uns werden ermahnt, weil sie die Beine übereinander geschlagen haben beim Sitzen. Ob Gott diese Art der Anbetung mag? Er sieht in die Herzen - nur er versteht die Anbetung richtig - egal in welcher Form! Am Ausgang plaudern wir mit dem Priester - ein ganz moderner Mann, der gerade ein Buch schreibt. Er gibt uns seine Internetadresse. (Staun! Ich hatte nicht vermutet, dass "so jemand" mit einem Computer arbeitet! Hallo Vorurteil!)

Zu Gast bei Dr. Petra Heldt von der Ökumenischen Forschungsgemeinschaft in Israel. Hier sprechen wir über die Erfahrung der verschiedensten Gottesdienstfeiern. Petra Heldt kennt die Geistlichen der unter-schiedlichen Konfessionen und versteht es, Verbindendes zu finden. Sie erklärt uns: die Orthodoxen können mit den Formen umgehen (d. h. sehr "gepflegt" Gottesdienst feiern), was wir verlernt haben. Wir können damit nichts mehr anfangen oder feiern mit Menschen, die nicht viel damit anfangen können. Petra Heldt trifft sich regelmäßig mit Vertretern der verschiedensten Kirchen zu Gebet und Absprachen - da bewegt sich was!

Und zu guter Letzt: Die erste Mondsichtung über den Dächern von Jerusalem !!